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Verschwenden Firmen wirklich ihr Geld auf Facebook?

20.9.2011

Gestern erschien im Tagesanzeiger ein Bericht des Wirtschaftsprofessors Abraham Seidmann, der untersucht, was Facebook-User eigentlich auf Facebook machen. Ein Statement von ihm ist «Firmen verschwenden ihr Geld auf Facebook». Stimmt das? Kommt drauf an!

Aus dem Kontext gerissen ist die Aussage natürlich sehr provokant und macht den Eindruck, jeder Franken, den man für Social Media Aktivitäten ausgibt, sei verschwendet. Liest man den ganzen Artikel und die  Antworten wird schnell klar was Herr Seidmann eigentlich meint.
Durch die Untersuchungen von weltweit 600’000 Nutzern auf Facebook hat die University of Rochester in New York herausgefunden, was die Leute auf Facebook machen. Ein Drittel schaut Fotos und Profile ihrer Freunde an und ein weiteres Drittel schaut sich diese von Fremden an. Das letzte Drittel wird leider nicht genauer erläutert. Es bedeutet aber, dass Nutzer Facebook mehr für die Freizeitaktivitäten nutzen, als sich über Neuigkeiten zu informieren.

Abraham Seidmann ist der Meinung, dass es drei gute Gründe für Unternehmen gibt auf Facebook zu sein. Entweder zum News verteilen – was die denkbar langweiligste Variante ist – oder um in den Dialog mit Kunden zu treten und um die Kunden mit anderen Gleichgesinnten zusammenzubringen. Ähnlich einem Fanclub, der vom Unternehmen moderiert wird.

Facebook ist ein Kommunikationskanal, der Spass machen und unterhalten soll. Aus diesem Grund legen wir bei unseren Kunden viel wert auf eine klare Strategie für die Social Media Kommunikation und die Ausarbeitung eines Inhaltskonzepts. Die Herausforderung liegt darin die Informationen adäquat, will heissen zielgruppenorientiert und spannend, zu verpacken, um so die Fans zu begeistern. Das kann sich bei Produkten um Tipps & Tricks handeln oder bei Dienstleistungen um Insights ins Unternehmen. Genau wie bei einem privaten Profil wirken Fotos und Videos, die das Unternehmen von einer persönlichen Seite zeigen, immer sehr attraktiv. Basierend auf den zu erreichenden Zielen und der definierten Zielgruppe ergeben sich die Inhalte. Zusammengefasst geht es darum den Kunden und Fans spannenden Inhalt anzubieten, der für sie einen Mehrwert darstellt und sie zu noch grösseren Fans des Unternehmens oder der Produkte macht und nicht darum sie mit langweiligen Produktinfos und Werbung zu bombadieren. Aber auch verkaufsfördernde Massnahmen können erfolgreich sein, je nachdem wie diese konzipiert und umgesetzt werden.

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  • Pingback: Reblog: Verschwenden Firmen wirklich ihr Geld auf Facebook? | Social Media Blog - online | crossmedia | social von Chris Beyeler

  • http://www.osw.de Gerd Pufler

    Fakt ist auf jeden Fall das heutzutage an jeder Ecke bereits die nächste Social Media Agentur lauert und darauf aus ist dem Kunden das Geld rauszuziehn und ihm ne optisch megatoll wirkende Facebook präsenz zu verkaufen. Viel wichtiger ist allerdings auch erklären zu könenn warum man was macht und wie es zum Nutzerverhalten passt.

  • http://mysign.ch Renato Mitra

    @Gerd Pufler: Mit Social Media ist es im Moment wie vor ein paar Jahren mit Webseiten. Auch damals sind Webdesigner aus allen Ecken im Internet hervor gekommen und haben jedem Unternehmen eine Website verkauft, ohne die Kommunikations- und Bestellprozesse zu berücksichtigen. Es geht darum neue Kanäle ganzheitlich im Unternehmen zu verankern und nur die Massnahmen umzusetzen welche auch wirklich Sinn machen und dem Zielpublikum einen Mehrwert bringen…

  • Christian Leippert

    …und man sieht, dass MySign die Umsetzung von SocialMedia-Projekten sehr ernst nimmt und jeweils tatkräftig mitgemacht wird, wenns um etwas neues, innovatives wie einen Namen für ein neues Restaurant geht! Wie Renato vielleicht ein wenig in seinem letzten Post antönen will: Man fragt sich – was soll denn das ganze – doch eben, wie bei den Websites, es brauchts nun jede Firma, jeder Verein, jede … – wenn ein gewisser Bekanntheitsgrad und Dasein registriert werden soll und Beachtung erwünscht ist!

  • http://www.finanznachrichten.de/ Manfred

    Nicht jedes Unternehmen braucht seine Fanbase auf Facebook aber die, welche eine brauchen sollten sich auch auf anderen Plattformen präsentieren. Die meisten stürzen sich auch FB und belassen es dabei. Ich halte das für einen Fehler, da die Goldgräberstimmung in FB auch jederzeit kippen kann.

  • http://www.facebook.com/profile.php?id=100001550371492 Jürg Wyss

    Hier meine Antwort auf einen Blogartikel auf der Webseite für Hotelmarketing (hotelling.net)

    Social Media im Spargang gibt’s nicht

    Wenn der Herr Saller keine erfolgreichen Projekte kennt, sollte er sich vielleicht mal das Roger Smith Hotel in New York anschauen.

    Es gibt sehr wohl erfolgreiche Kampagnen. Nur, die Priorität der erfolgreichen Häuser oder Firmen ist nicht “verkaufen”, sondern “Beziehungen aufbauen”, Leute begeistern, ihnen etwas Spezielles bieten. Die Buchungen kommen dann von alleine. Diese müssen zudem nicht zwangsläufig über Facebook erfolgen, sondern können durchaus über die eigene Webseite abgewickelt werden.

    Dass Swoodoo keine Buchungen über Facebook bekommt, verwundert mich nicht. 1600 Fans sind halt wenig für eine Firma, die ansonsten so viel Geld für Marketing ausgibt. Aber kein Wunder: Schauen Sie mal die Posts der Firma an, insbesondere die Frequenz: http://www.facebook.com/swoodoo?sk=wall So alle paar Wochen eine Meldung reicht halt nicht.

    Oder schaut mal die Post auf der Seite von SwoodooLabs an: http://www.facebook.com/swoodooLabs Leute stellen eine Frage und die werden nicht beantwortet. Als fade Begründung, man sei halt überlastet. Social Media ist vor allem auch eine Kulturfrage und da gibt’s keine Überlastung.

    Mein Tipp an Swoodoo: Social Media im Spargang gibt’s nicht.

    • http://www.facebook.com/profile.php?id=100001550371492 Jürg Wyss

      Sorry, hatte vergessen zu schreiben, ins gleiche Horn blies der Eigner von Swoodoo. Mein Artikel bezieht sich auf dessen Aussage, ist aber analog auch meine Antwort. An Herrn Seidmann. Die Tatsache, dass nur wenige das Mittel Social Media begriffen haben, heisst nicht, dass das Mittel an sich unbrauchbar ist. Wie eben im Artikel beschrieben, es gibt sehr wohl erfolgreiche Beispiele. Aber man muss es richtig machen…

    • http://www.chrisbeyeler.ch Chris Beyeler

      Hi Jürg

      Danke für deinen Kommentar. Ich finde die Aussagen immer sehr überflüssig zu sagen, dass man keine Zeit für Social Media hat. Früher hat man sicher auch nicht gesagt, dass man keine Zeit für ein Telefon oder E-Mail hat. Unter Umständen könnte man sogar Zeit einsparen, wenn man es effizient einsetzt.

      Gruss Chris