1
9

13+2 Tipps und Tricks für Restaurants auf Facebook

12.10.2011

Kürzlich wurden auf Mashable 13 Best Practices für Restaurants auf Facebook veröffentlicht. Wir haben dieses Tipps aufgenommen, übersetzt und mit unseren Erfahrungswerten in der Schweiz angereichert und erweitert.

1. Seien Sie Transparent

Wie überall in Social Media gilt: „Löschen Sie niemals eine negative Beurteilung oder Bewertung!“. Fehler können passieren, so auch in der Gastronomie. Es wäre eine Utopie zu glauben, dass ein Betrieb immer 100-prozentig perfekt funktioniert. Es ist aber wichtig, dass man auf unbefriedigende Situationen reagiert und Lösungen anbietet.
Negative Feedbacks müssen als Chance wahrgenommen werden. Als Chance sich als Restaurant verbessern zu können und der betroffenen Person und dem restlichen Publikum zu zeigen, dass man solche Rückmeldungen ernst nimmt und dafür besorgt ist die Fehler auszubügeln!

2. Antworten Sie

Fragen auf Facebook beantworten
Wenn Ihre Kunden, Fans und potentiellen Gäste sich die Zeit nehmen auf Ihrer Facebook Seite eine Bewertung oder einen Beitrag zu hinterlassen, dann zeigen Sie den nötigen Respekt und beantworten Sie Fragen, Bedenken und Unklarheiten.
Selbst ein einfaches Dankeschön auf eine schöne Bemerkung oder ein Kompliment kann nicht zu unterschätzende Emotionen entstehen lassen.

3. Vermitteln Sie Wissen

Birchermüesli im Baur au Lac
Ein Restaurant hat 1000 Geschichten zu erzählen! Sie haben die einmalige Gelegenheit Ihre Speisen zu präsentieren, können Rezepte teilen, Ihren Küchenchef vorstellen und die Herkunft der Zutaten dokumentieren. Es gibt bereits unzählige YouTube-Videos, welche Sie verwenden können. Noch besser ist, wenn Sie selber Videos und Inhalt erstellen. Zeigen Sie beispielsweise wie man einen Hummer richtig zubereitet, oder wie man den Hummer richtig isst. Ihre Besucher wollen die frischsten, schmackhaftesten und gesündesten Produkte konsumieren. Besuchen Sie Ihre Nahrungslieferanten, lassen Sie auch diese zu Wort kommen und beweisen Sie wie frisch der Salat in Ihrem Gastro-Betrieb ist. Es ist auch ein Möglichkeit Ihren Fans einen nützlichen Mehrwert zu bieten.

4. Zeigen Sie Ihre Waren

"Food-porn" im Restaurant pure in Olten
Bildquelle: pure, Olten

Lebensmittel schmecken und riechen lecker und sehen auch schön aus. Mit schönen, appetitlichen Fotos zeigen Sie die Qualität in der Zubereitung der Speisen in Ihrem Betrieb. Fotografieren Sie beispielsweise täglich Ihr Menü und publizieren Sie es. Solche Fotos kommen beim Publikum gut an. Nicht umsonst existiert Foodspotting. man spricht auch schon von „Food porn„. Manchmal genügt es auch schon, wenn man die frisch kreierten oder aktuellen Speisen sensorisch beschreibt.

5. Seien Sie interessiert

Ja, ein Restaurant muss Essen Verkaufen. Am Ende des Tages geht es um Geld. Social Media ist aber der falsche Ort für harte Verkäufe. Es geht um Sympatie und Emotionen. Niemand will Fan sein von einem eigennützigen und nur profit-getriebenem Unternehmen.
Stellen Sie Fakten aus Ihrem Restaurant zusammen oder stellen Sie Ihr Küchenpersonal vor und machen Sie daraus einen lustigen, unterhaltsamen und kurzen YouTube-Film welcher gerne geteilt wird.
Lassen Sie zufriedene Kunden zu Wort kommen. Wenn Sie Ihre Kunden motivieren können Botschafter Ihres Restaurants zu werden, dann ist das beste Werbung. Hören Sie Ihren Stammkunden gut zu, unterhalten Sie sich mit ihnen zeigen sie ihnen, dass sie wichtig sind und Sie sie schätzen. Dann verbreiten die Kunden Ihre Botschaft kostenlos – in den sozialen Netzwerken aber auch im echten Leben!

6. Teilen Sie Ihre Presse-Auftritte

Wurde über Ihr Restaurant in einem Magazin für Lebensmittel-Liebhaber berichtet? Haben Sie in einer lokalen Zeitung eine gute Bewertung erhalten? Nimmt Ihr Chefkoch an einem Koch-Wettbewerb teil? Hat ein Blog über Ihre gut gepflegte Facebook Seite berichtet? Dann teilen Sie diese Berichte mit Ihren Kunden und Fans! Es erinnert Ihre Fans wieder einmal persönlich im Restaurant vorbei zu kommen und den gelobten Service und die exzellente Küche zu geniessen. Solche Berichte sind natürlich auch Futter für die Botschafter!

7. Zeigen Sie Ihre sozialen und digitalen Fähigkeiten

Nur ein kleiner Prozentsatz der Restaurants nutzen bisher die sozialen Netzwerke um sich von der grossen Masse abzuheben. Gut gepflegte Facebook Auftritte sind rar, geschweige denn Twitter Accounts oder YouTube Channels. Uns ist, ausser dem La Terrasse Restaurant im Bellevue Palace, Bern, noch kein Restaurant in der Schweiz bekannt, welches es ermöglicht mit einer iPhone oder iPad App das Essen zu bestellen oder gar mit dem Küchenteam zu chatten… Oder haben Sie schon einen Restaurant-Blog entdeckt? Wählen Sie Ihre digitalen Instrumente sorgfältig aus und verbinden Sie diese.

Solche Neuerungen in der Kommunikation sind in der Fachpresse der Gastronomie, im Marketing insbesondere im Digitalen Marketing immer willkommen und sorgen für Interesse und Erwähnung auch in den Printmedien.

8. Seien Sie konsequent – Offline wie auch Online

Stellen Sie sicher, dass Ihre Kommunikation in den verschiedenen Kanälen konsistent ist: Wenn Sie auf Facebook allen Besuchern für das Abendessen ein kostenloses Dessert offerieren, dann muss das im Restaurant auch bekannt sein. Informationen müssen über alle Kommunikationskanäle, Plattformen und Personen abgestimmt sein. Alles andere führt nur zu Verwirrung und Frustration der Kunden.

9. Verschenken Sie nicht zu viel

Während ein Autohaus eher nur einmaligen Verkäufe abschliessen kann, ist es für Sie als Restaurant Betreiber wichtig, dass der Kunde immer wieder an Sie denkt wenn er hungrig ist. Trotz allen Aktionen und Kampagnen sollten Sie Ihre Produkte nicht verschenken! Wählen Sie eine Form der Aktion, mit welcher Sie zu Ihren Preise und Ihrer Qualität stehen, den Kunden und Fans aber trotzdem ein Goodie anbieten können.
Führen Sie beispielsweise den Social Media Montag ein. Alle Facebook Fans welche an diesem Montag Ihre Seite besuchen, können einen Coupon downloaden und dafür 20% günstiger essen.
Mit Rabatt-Aktionen können Sie in kurzer Zeit die Fan-Basis vergrössern. Um diese dann aber zu echten Fans und Botschafter zu machen, braucht es wesentlich mehr Engagement. Siehe dazu auch Tipp Nr. 5.

10. Seien Sie charmant

Ihre Kunden arbeiten sicher hart in Ihrem Job. Wenn diese dann Ihren Gastro-Betrieb über den Mittag oder zum Nachtessen betreten, dann wollen sie begeistert und verwöhnt werden. Egal ob Sie ein Take-Away-Laden sind oder ein Gault-Millau-Punkte Restaurant. Sicherlich achten Sie schon auf einen herzlichen Empfang im Restaurant. Übertragen Sie dieses Konzept auch auf die digitalen Kommunikationskanäle. Überraschen Sie Ihre Fans, verwöhnen Sie sie und lassen Sie Ihren Charme spielen.

11. Respektieren und schätzen Sie Ihr Team

Ein Unternehmen braucht Menschen um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Ebenso ist es bei einem Restaurant. Jede einzelne Person repräsentiert Ihren Gastro-Betrieb. Es ist wichtig, dass die Mitarbeiter über die Aktivitäten in den sozialen Netzwerken informiert sind (siehe dazu auch Social Media Guidelines). Andererseits, wenn Kunden lobende Worte schreiben, sorgen Sie dafür, dass das Lob auch bis zu den Mitarbeiter kommt. Das spornt an.
Sollte sich hingegen ein Kunde negativ über einen Mitarbeiter äussern, entschuldigt man sich zuerst beim Kunden für die Unannehmlichkeiten und klärt intern ab wie der Vorfall aus Sicht des Mitarbeiters abgelaufen ist. Vergreift sich der Kunde aber im Ton, so darf ein Kommentar durchaus gelöscht werden, jedoch nicht ohne Hinweis warum der Kommentar gelöscht wurde. Schliesslich gilt immer noch die Unschuldsvermutung bis das Gegenteil bewiesen ist.
Übrigens, motivierte Mitarbeiter sind die allerbesten Botschafter! Geben Sie Ihnen die nötige Wertschätzung und versorgen Sie diese mit Informationen, die sie selbst auch über ihre Netzwerke verbreiten können!

12. Facebook ist nicht Twitter

Twitter und Facebook Connection
Es ist verlockend einfach den Facebook Seiten Feed mit Twitter zu verbinden und umgekehrt. Widerstehen Sie der Versuchung! Jede Plattform hat seine Eigenschaften welche genutzt und respektiert werden sollten.
Bei Twitter stehen Ihnen nur 140 Zeichen zur Verfügung. Videos und Bilder können nur als Link mit der Nachricht mitgegeben werden. Veröffentlicht man diesen Tweet (Twitter Nachricht) automatisch auf Facebook, hat man keine Vorschau zum Video oder zu Bildern, sondern nur eine kurze Nachricht mit einem Link. Dabei funktionieren gerade Facebook Nachrichten mit Bildern und Videos wesentlich besser als Text-Nachrichten.
Hingegen wenn Facebook Nachrichten automatisch über Twitter verbreitet werden, ist immer ein Link auf Facebook dabei. Die Twitter-Follower müssen dann immer den Link anklicken und auf Facebook die ganze Nachricht lesen.

13. Werben Sie gezielt auf Facebook

Facebook Werbung Zielgruppe
Facebook ermöglicht es Ihnen ganz gezielte Werbung zu schalten. In den wenigsten Fällen macht es Sinn, wenn ein Restaurant in Olten Werbung in Graubünden oder in der Romandie schaltet. In der Schweiz kann die Werbung genau auf eine bestimmte Stadt abzielen und optional den Umkreis von 16, 40 oder 80 Kilometer noch dazu rechnen. Facebook errechnet in Realtime wieviele potentielle Personen Sie mit der Werbung erreichen und wie viel ein Klick kosten wird. Sie können ein Laufzeitbudget definieren oder einen maximal Betrag welcher die Anzeigen pro Tag kosten dürfen. Somit haben Sie volle Kostenkontrolle über die entstehenden Werbekosten.

14. Nutzen Sie Location Based Services

Wenn Sie eine Facebook Seite haben, sorgen Sie dafür, dass man in Ihrem Restaurant einchecken kann. Wenn Sie keine eigene Seite haben, dann können Sie auch nur einen Facebook Orte erstellen. Mit wenig Aufwand können auch solche Orte für Netzwerke wie Foursquare,GoWalla und Qype erstellt werden.
Doch wofür dieser Aufwand? Angenommen ein potentieller Gast ist neu in einer Stadt und kennt die hiesige Gastronomie noch nicht, dann kann ich im Umkreis nach Restaurants gesucht und deren Spezialitäten und Bewertungen angesehen werden. Ihre Gäste können via Smartphones einchecken und dem Freundeskreis zeigen, dass man nun in Ihrem Restaurant die feinsten Speisen geniesst, im besten Fall mit Foto. Das sorgt natürlich für Visibilität und Werbung, Stichwort: Empfehlungsmarketing!
Ganz besonders wichtig ist, dass Sie einen Place auf Google erstellen. Zum einen können im Netzwerk Google+ die Benutzer einchecken. Der Ort wird aber auch in den Google Suchresultaten und in der Google Karte prominent dargestellt. Sie können Ihren Ort mit Informationen aufwerten wie Bilder, Videos, Beschreibungen, Öffnungszeiten und Links. Die Besucher können Ihren Gastro-Betrieb bewerten und empfehlen.
Zu erwähnen ist noch, dass Facebook Orte im Umbruch ist. Gewisse Möglichkeiten wurden eingeschränkt und die offizielle Informationsseite bei Facebook wurde entfernt und durch Infos über die persönliche Anzeige des Aufenthaltsortes ersetz. Wie genau es mit Facebook Orte weiter geht, werden wir in den nächsten Wochen und Monaten erfahren…

15. Belohnen Sie Check-Ins Ihrer Kunden

Backstage MySign auf Foursquare mit Specials
Es ist nicht selbstverständlich, dass Ihre Kunden öffentlich in den sozialen Netzwerken zeigen, dass sie sich gerade in Ihrem Restaurant befinden. Dieses Verhalten kann man aber fördern und belohnen! Beispielsweise auf Netzwerken wie Foursquare können Belohnungen an die eingecheckten Kunden vergeben werden. Beispielsweise, wer im Restaurant eincheckt, dem wird ein Gutschein für ein kostenloses Kaffee freigeschaltet. Oder wenn man fünf mal in 30 Tagen eincheckt, gibt es einen kostenlosen Nachtisch. Auch Facebook hatte einen ähnlichen Mechanismus mit Facebook Deals, jedoch wurde diese Funktion in der Schweiz nie freigeschaltet und inzwischen weltweit eingestellt. Facebook testet bereits einen neuen Dienst mit Deals über eine SMS. Mal sehen ob und was Facebook aus dem Hut zaubert…

Google+ 8 Facebook 0 Twitter 0 Pinterest 0

Kategorisiert in:

1
9