Warum Webagenturen auf Arbeitgeber-Bewertungsportalen überdurchschnittlich Abschneiden

27.2.2012

Kununu

Kununu, die Plattform auf der Mitarbeiter ihren Arbeitgeber bewerten, hat kürzlich die bestbewerteten Unternehmen der Schweiz publiziert. Darunter zwei grosse Webagenturen, nämlich Namics und Unic. Das ist kein Zufall, denn die Branche ist sicher in vielerlei Hinsicht Vorreiter. Sie bietet interessante Jobprofile und Entwicklungsmöglichkeiten am Puls eines der spannendsten Themen unserer Zeit. Moderne und flexible Arbeitsformen sind weit verbreitet, weil sie sich im virtuellen Umfeld gut umsetzen lassen und darum im Gegensatz zu vielen traditionellen Branchen auch schon verinnerlicht worden sind. Die Branche zieht dadurch auch Mitarbeiter an, die es gewohnt sind selbständig und eigenverantwortlich zu arbeiten und überdurchschnittlich viel Engagement zeigen. Das wiederum fordert aber auch das Unternehmen, den Arbeitgeber, heraus, denn solche Mitarbeiter haben hohe Erwartungen an ihr Berufsumfeld und wollen entsprechend wertgeschätzt werden. Dabei geht es um viel mehr als ein gutes Salär und Weiterbildungsmöglichkeiten. Es geht um weiche Faktoren, wie Unternehmenskultur, kreatives Arbeitsumfeld und flexible Arbeitszeiten. All dies ist in Webagenturen zwar nicht selbstverständlich, aber doch sehr weit entwickelt.

Und genau diese Mitarbeiter sind es auch, die dann ihre Zufriedenheit auf Bewertungsportalen wie Kununu eintragen. Weil sie kommunikativ sind, weil sie sich identifizieren, weil sie es gewohnt sind, alles zu kommentieren und zu bewerten und weil sie auch ein Interesse haben, dass die richtigen neuen Mitarbeiter zur Agentur dazustossen.

Natürlich findet man auch bei den fortschrittlichsten Unternehmen Negativ-Bewertungen. Denn es gibt sie auch hier, die Unzufriedenen oder solche, die ihren Frust auf einem solchen Portal gerne ablassen. Weil sie sich im Agenturumfeld nicht wohl fühlen, weil sie über einen Entscheid enttäuscht sind, sich über eine Kleinigkeit aufregen oder einfach anderer Meinung sind, wie man ein Unternehmen führen sollte. Das trübt das positive Bild auf den ersten Blick etwas.

Doch sind wir ehrlich: Traut man einer Hotelbewertung, wenn von 100 Bewertungen 100 positiv sind? Im Gegenteil. Es macht doch eher misstrauisch und man fragt sich, ob die Bewertungen nicht manipuliert sind. Es kann doch nicht sein, dass alle immer nur zufrieden sind. Denn wir wissen alle, es gibt sie die Pedanten, die Nörgler, die an der Rezeption rumbrüllen, wenn ihnen im Flur eine Kakerlake über den Weg lief, der Orangensaft beim Frühstücksbüffet einmal nicht frisch ist oder sie von einem Hotelangestellten nicht jeden morgen freundlich begrüsst werden. Doch erst diese Ausreisser nach unten, machen eine Bewertung insgesamt authentisch und glaubwürdig. Und so verhält es sich letztlich auch mit den Arbeitgeber-Bewertungen. Nicht jeder passt in das zwar kreative und eigenverantwortliche, aber doch hektische Agenturumfeld.

Fazit
Insgesamt sind diese Bewertungsportale für fortschrittliche Webagenturen ein Vorteil im Wettstreit um Talente – eine Möglichkeit sich zu profilieren mit einem immer wichtigeren Wert: Der Mitarbeiter-Zufriedenheit.

Dieser Artikel ist in leicht gekürzter Form als Kolumne in der Fachzeitschrift Marketing & Kommunikation 2/12 auf Seite 33 erschienen.

Google+ 10 Facebook 0 Twitter 0 Pinterest 0

Kategorisiert in:

  • Uns hat die Bewertung natürlich sehr gefreut und, wie Du sehr treffend beschreibst, sind unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter überdurchschnittlich online-affin und von uns motiviert jeden Tag eigenverantwortlich zu agieren. Intern sprechen wir davon, „Macher“ rekrutieren zu wollen.