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Content is no longer King!

29.5.2012

König und Königin

Seit Jahren wird uns eingetrichtert, dass der Inhalt König ist. Natürlich neben dem Kunden. Tatsächlich ist es nicht ganz so einfach… Während ich meinen Vortrag für die ONE Konferenz in Zürich vorbereitet habe und schon einen Einblick hatte, was meine Mitreferenten im Panel „Inhalt“ so präsentierten ist mir aufgefallen, dass alle von „Content is King“ sprechen. Meine Erfahrungen als langjähriger Blogger zeigen aber, dass es mindestens einen Faktor mehr braucht als nur guten Content.

These 1: Guter Content ohne Distribution

Was nützt es wenn man den besten Content der Welt hat, aber keine Distributionsmöglichkeiten den Inhalt an das grosse Publikum zu bringen? Wenn ein neuer Blog startet, können die Beiträge noch so gut sein, ohne funktionierendes Netzwerk oder Publikationskanäle bleibt der gute Inhalt den Lesern verborgen. Diese Erfahrungen machen vor allem Neu-Blogger, insbesondere Corporate Blogs. Mit viel Liebe zum Detail wird ein Blog aufgebaut, Redaktionspläne geschrieben und Inhaltskonzepte ganz oben im Konzern verabschiedet. Dann aber wird das Blog sicherheitshalber nicht über die bestehenden Publikationskanäle wie Medienmitteilung, Kunden-Newsletter, etc. gestreut, sondern relativ bescheiden verborgen gehalten. Falls das Experiment Corporate Blog nicht funktioniert, ist es nicht so schlimm… Und genau das muss passieren wenn man sich nicht traut das Blog einem grossen, bestehenden Publikum vorzustellen.

These 2: Zweitklassiger Content mit gewaltiger Distribution

Unternehmen mit grossen Distributionsmöglichkeiten, normalerweise Medienhäuser und Grossunternehmen, können ohne Probleme ihre Inhalte an ein grosses Publikum bringen. Auch zweitklassigen Content. Beispielsweise die Musikbranche bringt Dutzenden von gecasteten Bands, alleine im deutschsprachigen Europa, auf den Markt. Mit viel Medienpower wird uns die eher zweifelhafte Musik angeboten und wir konsumieren dankbar. Dabei gäbe es irgendwo in Musikkellern mindestens so viele Bands mit wesentlich besseren Inhalten, bzw. Musik!

Der Content bleibt wichtig, aber…

Natürlich ist der Inhalt wichtig und darf weiterhin König bleiben. Aber ein guter König braucht treue Unterstützter. Beispielsweise eine gut funktionierende Distribution. Denn nur wer über ein gut aufgebautes und gepflegtes Netzwerk, egal ob Social Networks, Medienkontakte, Kundendaten, etc. verfügt, der kann so seine guten und wertvollen Inhalte auch transportieren. Und je mehr Personen man mit guten Content erreicht, desto eher kommt man mit dem Zielpublikum auch in einen Dialog, oder die Inhalte werden weiterverbreitet. Im besten Fall bis in die klassischen Medien oder zur relevante Fachpresse.

Und darum ernenne ich die Distribution, oder das Netzwerk, zur Königin. Ein erfolgreicher König, braucht eine gute Königin.

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