Ist Pinterest der neue Stern am Social Media Himmel?

14.5.2012

Facebook ist unumstritten das beliebteste Social Network mit der höchsten Verbreitung. Im letzten Jahr kam mit Google+ der vermeintliche Killer, welcher sich hierzulande aber nicht durchsetzen konnte und nun ist plötzlich alles pinteresting? Wird die Bilderpinnwand Pinterest (www.pinterest.com) der nächste Facebook-Killer, ein Trend oder doch nur eine Eintagsfliege?

Pinterest ist – einfach gesagt – eine virtuelle Pinnwand für Bilder und Videos. Die Macher haben es sich zur Mission gemacht, Benutzer mit gleichen Interessen anhand von Bildern zu verbinden. Das Prinzip ist einfach: Jeder Benutzer kann Bilder oder Videos in Boards hochladen oder den Link zu einer Website angeben von der Bilder vorgeschlagen werden. Die Pins können anschliessend von anderen Benutzer „geliked“ (Gefällt mir), kommentiert oder „geteilt“ (repin) werden.

Altbekannte Funktionen mit einer neuen Idee verknüpft

„Gefällt mir“, „Kommentieren“ und „Teilen“ kennt man von bekannten Social Networks wie Facebook, Tumblr, Delicious oder anderen Online-Diensten. Und doch ist es nicht dasselbe. Der Fokus liegt auf Themen und Bildern, nicht direkt Benutzern. Durch das sogenannte Wasserfall-Design wird dies verstärkt. Bilder und Videos werden am grössten dargestellt wodurch sie im Zentrum der Konsumierenden stehen.

Achtung Suchtpotential

Stöbert man auf den Pinnwänden herum, dann vergeht die Zeit wie im Flug. Die durchschnittliche Verweildauer liegt bei über 15 Minuten und ist damit höher als beim blauen Riesen (Facebook). Während dieser Zeit holt man sich etwas Inspiration für die Wohnungsdekoration, sucht nach schönen Feriendestinationen, einem neuem Outfit oder sammelt einfach nur Rezepte zum Kochen.

Guter Trafficlieferant für Websites

Der Clou an Pinterest für Unternehmen liegt im Detail, denn Pins können mit Links versehen werden, welche auf die Ursprungsseite des Bildes verweisen. Durch diese Funktion dient Pinterest als Traffic-Lieferant, der zwar noch nicht mit Facebook mithalten kann, aber bereits auf Augenhöhe mit Twitter oder Google ist und mehr Traffic liefert als LinkedIn, Google+ und YouTube zusammen.

Kometenhafter Aufstieg, trotz Einladungssystem

Die Geschichte des virtuellen Pinnboards ist hitverdächtig. Im Mai 2010 ging die Seite online und verzeichnet mittlerweile fast 12 Millionen Besuche. Seit August letzten Jahres konnte man ein riesigen Wachstumssprung verzeichnen, unter anderem weil Pinterest vom Time Magazin zu den 50 besten Websites des Jahres 2011 gewählt wurde. Mit der Anbindung an den OpenGraph von Facebook wurde es schlagartig nochmals mehr und ist auch hierzulande aufgetaucht. Noch ist Pinterest in der Schweiz noch recht unbekannt. Schaut man sich aber die kontinuierlichen Wachstumsraten in anderen Ländern an, dann ändert sich das in den nächsten Monaten oder allerspätestens im nächsten Jahr bei uns.

Frauen in der Mehrheit, Männer holen auf

Spannend anzusehen neben den Nutzerzahlen ist die Demographie, denn Frauen sind auf Pinterest deutlich stärker vertreten (79% gemäss Google’s Doubleclick Ad Planner im Mai 2012). Fast 1/3 der Benutzer ist zwischen 35-44 Jahren alt und die Hälfte davon haben Kinder.

Monatlich kommen aber immer mehr Männer dazu. Das liegt daran, dass ein wichtiges Männerthema nun auch auf Pinterest vertreten ist: Autos & Motorräder.

Mehrheitlich Early Adopters anzutreffen

Aktuell findet man unter den heutigen Nutzern hierzulande vor allem Bilder in Form von Infografiken oder Videos über Social Media, SEO oder anderen Online Marketing Themen. Grund dafür ist die Beta-Phase, die derzeit noch einem Einladungssystem basiert und vor allem Early Adopters aus den Bereichen anzieht. Zudem ist die Website noch komplett auf Englisch, im Gegensatz zur iPhone App. Dies wird sich aber in den nächsten Wochen ändern, da gerade fleissig an der Übersetzung  gearbeitet wird.

Fazit

Die schnelle Verbreitung und die lange Verweildauer zeigt, dass es den Benutzern offensichtlich Spass macht auf einer werbefreien Plattform Bilder oder Videos zu suchen und abzulegen. Mit der frischen Idee und einem neuartigen Design, das nicht aussieht wie jedes andere Social Network hat es gute Chancen eine Nische zu besetzen. Darum empfehlen wir die Plattform auszuprobieren und erste Erfahrungen zu sammeln.

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