E-Commerce boomt in der Schweiz wie noch nie.

12.3.2013

Wenn die E-Commerce Konferenz, die anfangs März in Zürich stattfand, eines gezeigt hat, dann, dass die Branche boomt. Die Konferenz war ausverkauft und Top-Referenten stellten aktuelle Zahlen und State-of-the-art Business Cases vor. Es sind längst nicht mehr theoretische Konzepte oder vielversprechende Zukunftspotentiale, die hier präsentiert werden, sondern Handfestes. Konkrete Erfolgsbeispiele wie Interhome.ch, Brack.ch und Exlibris.ch.

Und wer immer noch skeptisch ist, der musste sich durch die vom Verband des Schweizerischen Versandhandels präsentierten Zahlen des GfK überzeugen lassen: Während der gesamte Detailhandel im 2012 bei einem Umsatz von 97 Mrd Franken praktisch stagnierte, legte der B2C Online- und Versandhandel um 7.5% auf 5.7 Mrd zu. Das ist das stärkste Wachstum seit mehreren Jahren. Der reine Online-Handel (also ohne Tel/Fax/Brief Bestellungen) wuchs sogar um 12% auf 4.7 Mrd Franken. Die Anteile der wichtigsten Branchen sind folgendermassen: 28.2% Heimelektronik, 26.9% Textil, 16.6% Food, 8% Wohnen, 6.8% CD, DVD, Bücher und 13.5% Übrige.

E-Commerce Marktvolumen in der Schweiz

Bemerkenswert an der Schweizer E-Commerce Landschaft ist die Tatsache, dass die Top10 Player 39% des gesamten Umsatzes auf sich vereinen und die Top50 bereits 76%. Total spricht die Post von ca. 9500 Onlineshops in der Schweiz. Die Szene ist also noch relativ klein.

Im Vergleich zum Ausland ist der Anteil des Online-Handels am gesamten Kuchen mit 4.8% aber immer noch relativ klein. Die Schweiz hat somit durchaus noch Aufholpotential und man darf in den nächsten Jahren mit weiteren hohen Wachstumsraten im Online-Handel rechnen. Die vergleichsweise tiefe Rate kommt auch daher, dass verschiedene grosse internationale Player und Zugpferde wie C&A, H&M, Home24 im Gegensatz zu Zalando nicht oder noch nicht im Schweizer Online-Handel tätig sind. Das dürfte sich in absehbarer Zeit ändern.

Untersucht wurden vom GfK in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Post auch die Retourenquoten. Die sind je nach Branche sehr unterschiedlich: Textil 39%, Wohnen 13%, CD/DVD/Bücher 3%, Heimelektronik 3% und im Foodbereich unter 1%.

Das mit Abstand wichtigste Zahlungsmittel in der Schweiz ist nach wie vor die Rechnung. Der Anteil liegt bei hohen 87%. Die Kreditkarten kommen auf 7% Anteil, Debitkarten auf 2% und Vorauskasse 4%. Einen Onlineshop in der Schweiz ohne diese Zahlungsmöglichkeit zu lancieren ist somit praktisch chancenlos. Das ist sicher ein Grund, weshalb in der Schweiz der Bonitätsprüfung im Online-Handel eine so wichtige Bedeutung zukommt. Durch eine integrierte Online-Bonitätsprüfung kann der Shopbetreiber relativ sicher die schwarzen Schafe rausfiltern und die Zahlungsart „Rechnung“ ohne hohes Debitorenrisiko anbieten.

Rechnungen sind wichtig im E-Commerce

Fazit: Der Schweizer Online-Handel boomt, liegt aber gegenüber dem Ausland immer noch zurück. Wir dürfen also in den nächsten Jahren mit einem weiteren kräftigen Wachstum rechnen und die Schweizer Online-Händler tun gut daran, ihre Prozesse und insbesondere ihre Logistik schon früh, für den kommenden Schub fit zu machen.

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