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Lohnt sich Social Media Kommunikation wirklich? [Updated]

4.4.2013

Dieser Frage sind Reto Baumgartner und meine Wenigkeit an der Social Media Marketing Konferenz in Zürich nachgegangen. Unser Anspruch galt, die Frage mit echten Fallbeispielen zu beantworten und nicht nur theoretische Grundlagen zu liefern.

Kopfgeld für Social Media Manager

Unser erstes Fallbeispiel ereignete sich vor drei Jahren: Die MySign war auf der Suche einem weiteren Social Media Manager. Da lag die Idee nahe, den zukünftigen Arbeitskollegen auch gleich über ein Social Media Kanal wie Twitter zu suchen:

 

Dank dem finanziellen Anreiz führte der Tweet zu 82 Retweets, womit rund 20’000 Twitterer erreicht und 1’000 Unique Pageviews generiert wurden. Es folgten 10 hochkarätige Bewerbungen und die Stelle war so gut wie vergeben. Und dies innert nur 24 Stunden.

So konnte eine offene Stelle mit nur 5 Stunden Aufwand, für die Erstellung des Jobprofils auf der Website, und einer Belohnung von 5’000 Schweizer Franken in sehr kurzer Zeit besetzt werden. Die Aktion wurde zudem von der Gratiszeitung 20 Minuten aufgegriffen und selbst das Schweizer Fernsehen SRF wurde bei der Recherche für einen Beitrag zum Thema „Kopfgeldjäger in der IT-Branche“ auf den MySign-Tweet aufmerksam. Leider wurde der Beitrag wegen höher priorisierten Sendungen noch nicht ausgestrahlt…

Update 22. April 2013
Das Schweizer Fernsehen hat nun den Beitrag ausgestrahlt unter dem Titel „Die Ökonomie des Kopfgeldes“. Nach Terroristen, Feuerteufel, Hacker und Steuersünder geht bei Minute 5:32 auch um unseren Fall:

 

Kopfgeld für Java-Entwickler

Das nächste Beispiel ist die aktuelle Suche nach zwei Java-Entwicklern, auch wieder für das eigene Team. Da wir bei der Suche des Social Media Managers so gute Erfahrungen mit den eigenen Netzwerken gemacht haben, versuchten wir es ebenfalls mit einem Tweet und einem Vermittler-Anreiz. Weil gute Java-Entwickler aber eher selten sind, wurde die Prämie auf 12’000 Schweizer Franken angehoben. Die Meldung ging über einen Tweet raus und wurde kombiniert mit einer dazugehörenden Landingpage. Weitere Ausschreibungen folgten auf Facebook, Google+ und einem eigens gedrehten Video über YouTube:

Das Resultat: Die Landingpage erreichte knapp 3000 Unique Pageviews aber keine passende Bewerbung! Aktuell sind beide Stellen immer noch unbesetzt. Aber warum? Der Anreiz ist diesmal höher, die Streuung grösser und dennoch erreichte uns keine entsprechende Bewerbung…

In erster Linie verfolgten wir mit der Aktion das Ziel, einen Java-Entwickler aus unserem näheren Umfeld vermittelt zu bekommen. Aber weder über Vermittler noch über eine direkte Ansprache konnten potentielle Mitarbeiter angesprochen werden. Zum einen weil wir als MySign nicht als Entwickler-Agentur bekannt sind, aber auch weil wir keinen relevanten Content für Java-Cracks haben und auch nicht in den einschlägigen Gruppen oder Websites der Spezialisten unterwegs sind.

Dafür wurde die ausserordentlich hohe Prämie für die Vermittlung in einem Artikel im Blick am Abend vom 3. April 2013 aufgenommen und veröffentlicht.

Blick am Abend

Java-Entwickler-Vermittlung im Blick am Abend vom 3. April 2013

 

Lohnt es sich, mehrere Kanäle parallel zu betreiben?

Wir werden oft gefragt, lohnt es sich eigentlich neben Facebook auch noch Twitter, Google+ und Foursquare zu pflegen? Eigentlich spricht man doch immer nur die gleiche digitale Zielgruppe an… Aber das stimmt so nicht. Dank einer eignen, anonymen Messung des Verkehrs auf unsere Unternehmenswebsite stellten wir fest, auf welchen Kanälen uns die Leser über eine längere Zeit besuchen.

Überschneidungen der Website-Besucherquellen

Überschneidungen der Website-Besucherquellen

Klar ist, es gibt Überschneidungen: Es existieren Leser, die uns einmal über Facebook und einmal über Twitter erreichen. Es gibt aber auch Personen, und das ist das Spannende, die wir tatsächlich nur über einzelne Kanäle erreichen. Der Newsletter hebt sich hier besonders hervor. Es gibt eine grosse Zielgruppe, welche wir ausschliesslich über den Newsletter und keinen anderen Kanal ansprechen können.

Es lohnt sich also durchaus, neue Kanäle mit relevantem Content zu bespielen, denn dadurch wird die digitale Zielgruppe tatsächlich erweitert und in ihrem Lieblings-Netzwerk angesprochen.

 

Social Commerce Case von Linsenmax

Anfang Januar 2009 war Facebook noch wie der Wilden Westen. Fast alles war erlaubt und so verschenkten wir damals auch jedem neuen Fan einen 10-Franken-Gutschein. Durch das unkomplizierte vergeben von Rabatt-Codes gewannen wir viele Fans. Die Rabatt-Kosten beliefen sich auf ca. 50‘000 Franken und brachten im Gegenzug aber eine gute, halbe Million Schweizer Franken Umsatz.

Die Fans auf Facebook sind für uns sehr wertvoll, auch wenn davon viele Wechselkäufer und Schnäppchenjäger sind. Denn wie wir herausgefunden haben, bringen gerade diese Fans einen wesentlich höheren Umsatz über Facebook-Werbung als potentielle Kunden.

 

Höherer Umsatz bei Facebook Fans

Höherer Umsatz bei Facebook Fans

Übrigens, Werbung die auffällt, muss nicht immer die beste Performance bringen. Im Fall von Linsenmax hat zwar die Anzeige mit dem Auge die meisten Klicks gebracht, hatte jedoch die schlechteste Conversion! Aber selbst im Vergleich zu Google-Werbung hat sich die Facebook-Werbung besser geschlagen, denn die Kosten für die Anzeigen waren ein Vielfaches tiefer, womit sich der Umsatz pro Werbefranken bei Facebook um einiges rentabler zeigte.

Facebook Werbeanzeigen von Linsenmax

Facebook Werbeanzeigen von Linsenmax

Und zum Schluss noch folgendes: Unter den Linsenmax-Kunden führten wir vergangenes Jahr eine Online-Umfrage durch, bei der über 1000 Personen teilgenommen haben. Eine der Fragen lautete „Woher kennen Sie Linsenmax?“. Die Antworten fielen vielseitig aus:

Umfrage: Woher kennen Sie Linsenmax?

Umfrage: Woher kennen Sie Linsenmax?

Interessant waren die Antworten Radio und Fernsehen, da wir bis dahin gar keine Werbung über diese Medien ausgestrahlt haben. Sehr spannend sind aber die 6,5%, die uns über Facebook kennen! Denn diese kennen Linsenmax gemäss eigener Aussage nur wegen der Präsenz auf Facebook!

Nun angenommen, Linsenmax macht einen Umsatz von 10 Millionen Schweizer Franken im Jahr, dann kommen alleine über die Facebook-Neukunden 650’000 Schweizer Franken in die Kasse! Je nach Marge und Betriebskosten eines Betriebs ist das eine Vollzeitstelle, die man damit bezahlen kann. Und wer weiss, vielleicht sogar eine Vollzeitstelle für einen Social Media oder Community Manager. Die Zukunft wird es uns noch zeigen…

Wenn auch Du für die Besetzung einer freien Stelle den Weg über Social Networks ausprobieren möchtest, sind wir gerne für Dich da und zeigen Dir die Möglichkeiten.

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