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Videoproduktion- Wir haben das Rezept gegen Lampenfieber

23.1.2017

Stehen Sie kurz vor einem Videodreh und sind etwas nervös?
Mit diesen Tipps sehen Sie dem Dreh gelassen entgegen.

Unser Blog ist interaktiv. Sie können sich also direkt zum Thema Ihres Interesses navigieren.

Doch lieber klassisch? Schade, aber okay… ;)

So kurz vor dem Dreh sollten eigentlich nicht mehr viele Fragen offen sein. Der VJ ist gebrieft und wird sich auf dem Set zielorientiert bewegen. Dennoch, bevor der erste Take aufgezeichnet wird, gibt es nochmals eine kurze Lagebesprechung vor Ort. Hier wird eruiert, ob alle geplanten Protagonisten eingetroffen sind, ob etwas Unvorhergesehenes ansteht und ob es beim Zeitplan etwas Besonderes zu beachten gibt. Handelt es sich um eine Eventreportage, ist jetzt der Zeitpunkt, die Rollen nochmals zu klären und allfällige Zwischenbesprechungen zu vereinbaren. Der VJ wird sich gleich nach dieser Besprechung mit der Tontechnik kurzschliessen, so dass der Ton sauber abgenommen werden kann. Damit es in den letzten Minuten vor dem Eintreffen der Gäste nicht unnötig stressig wird, sollten Sie den Dreh nicht zu knapp ansetzten.

Ihren persönlichen Wohlfühlfaktor beim Dreh können Sie auch mit der „richtigen“ Kleidung positiv beeinflussen. Die Kleidung sollte zu Ihnen und Ihrer Position passen. Unterwerfen Sie sich bitte keinen Idealen oder längst verstaubten Etiketten. Tragen Sie ein Kostüm, schlüpfen Sie automatisch in eine Rolle und verlieren damit Ihre charmante Natürlichkeit. Viele Tabus gibt es nicht. Lediglich klein gemusterte Stoffe oder grelle, synthetische Neonstoffe sollten vermieden werden. Diese sorgen nämlich für unschöne Flimmereffekte und Reflektionen.

Im Photoshop-Zeitalter sind wir uns makellose Haut gewohnt. Film heisst mindestens 24 Bilder pro Sekunde. Man sollte nicht darauf zählen, die Haut in der Postproduction glätten zu lassen, denn dies wird unverhältnismässig teuer. Mann darf also auch gerne mal das Make-up der Frau ausleihen, um unschöne Hautstellen abzudecken. Unbedingt wichtig ist, dass die Haut nicht glänzt. Ein mattierender Puder sollte jeweils zur Hand sein.
Frauen sollten bedenken, dass Make-up im Bewegtbild härter wirkt. Übergänge sollten sehr soft sein und zu viel Contouring wirkt schnell schmutzig. Schaut man zurück in die 80er, wird klar, dass Trends rückblickend schnell unpassend wirken können. Generell kann man sagen: weniger ist mehr und zeitlos gefällt auch in zehn Jahren noch. Im Dienstleistungsumfang einer Produktionsfirma ist üblicherweise kein Make-up-Artist enthalten. Scheint Ihnen dieses Thema sehr wichtig oder trauen Sie sich das Styling selber nicht zu, verlangen Sie im Vorfeld eine Zusatzofferte für einen unserer Freelance Stylisten.

Nun ist es soweit. Alles fokussiert sich auf Sie. Der VJ stellt Ihnen seine erste Frage und Sie möchten gelassen, clever und sympathisch antworten. Denn schlussendlich wird die ganze Geschichte aus Ihrer Sicht erzählt. Die Versuchung, sich in einem solchen Moment von aussen zu betrachten ist goss, sollte jedoch möglichst vermieden werden. Versuchen Sie, das was Sie sagen, zu fühlen und antworten Sie erst dann, wenn es für Sie stimmt. Ein Rat der oftmals funktioniert, ist, dass Sie sich vorstellen, die Frage käme von Ihrem besten Freud. Irgendwo beim Angeln, Wandern oder bei einem Feierabendbier.
Es lohnt sich, dieses kurzfristige Lampenfieber nicht mit einer allzu guten Vorbereitung umgehen zu wollen. Auswendig gelernte Statements wirken sehr oft vollkommen unglaubwürdig und kaum authentisch. Viele Politiker machen dies auf unsympathische Weise vor…

Konzentrieren Sie sich für einen Moment nur auf Ihr Gehör. Welche Töne gehören ganz natürlich zu Ihrer Umgebung und welche empfinden Sie eher als störend? Klar; während einem Interview sollte es möglichst ruhig sein, aber sonst regen gewollte Geräusche die emotionale Ebene recht subtil an. Der VJ wird sich deshalb nicht nur für die Bilder, sondern auch die Umgebungsgeräusche Zeit nehmen. Diese Töne heissen auch Ambitöne (ambient sound).

Unsere VJs bemühen sich, nicht mit Fachbegriffen um sich zu werfen. In Interviewsituationen empfehlen wir übrigens auch Ihnen, den Fachjargon auf ein Minimum zu reduzieren. Drei Begriffe brauchen wir als VJs allerdings so oft, dass wir diese kurz erläutern möchten:

B-Roll/A-Roll
B-Roll ist eine sekundäre Kamerasituation, die Sie bei einer Handlung zeigt und im Schnitt über die A-Roll (die Hauptaufnahme) gelegt wird, um Schnitte, zum Beispiel während eines Interviews, zu ermöglichen bzw. zu überdecken.

Etablierung
Noch etwas spezifischer, aber im Grunde ebenfalls ein B-Roll-Shot ist die Etablierung. Fängt ein Film direkt mit einer Kernaussage an, wird diese mit ziemlicher Sicherheit komplett überhört. Damit sich der Zuschauer auf einen Protagonisten einstellen kann und bereit ist, ihm zuzuhören, muss er Zeit bekommen, ihn emotional zu akzeptieren. Genau das bewirken wir mit der Etablierung. Der Protagonist wird, bevor er spricht,  über eine kurze Handlung visuell vorgestellt.

Sollten Sie auf dem Dreh noch eine leise Unsicherheit verspüren, informieren Sie Ihren VJ und klären Sie die Situation ungeniert. Denn das Allerwichtigste ist, dass Sie sich wohlfühlen.

Wir hoffen, Ihr Lampenfieber ist gesunken und wünschen Ihnen viel Spass und Erfolg bei Ihrer Präsentation!

Neugierig, was nach dem Dreh passiert?
Wir haben es im Vlog zur Postproduction zusammengefasst.

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